Kölns größter Verein lädt über 60.000 Mitglieder zum Fest |
| Im Stadtportal Köln aufgenommen am: 23.07.2011 |
| Autor: Karin Danne i. A. Mieterverein Köln |
| Köln Kategorie: Gesellschaft |
Foto: v.li: H.-J. Oldiges, Dr. F.-G. Rips, J. Becher, H. Soenius, F.-X. Corneth, L. Siebenkotten, Foto: Karin Danne
Der Kölner Mieterverein feierte sein 111-jähriges Bestehen mit einem Mieterfest im Zentrum der Millionenstadt. Eingeladen waren mehr als 60.000 Haushalte. Viele tausend Besucher und Besucherinnen kamen zum Fest. Der Mieterverein Köln ist eine starke Gemeinschaft und wurde 1900 zum Schutz vor Willkür und Rechtlosigkeit gegründet. In der ersten Ausgabe der Mitgliederzeitung im Jahre 1902 hieß es: "An alle Mieter Kölns", und diese Ansprache gilt heute wie damals für den Verein, der bei ständig steigender Mitgliederzahl auf zahlreiche Erfolge für die gesamte Kölner Mieterschaft zurückblicken kann.
Unter dem Motto "Kumm loss mer fiere" traten bekannte Kölner Musiker auf die Bühne und sorgten unter der Moderation von "Linus" für gute Stimmung. Ein besonderes Highlight war der Jugendchor St. Stephan. Die jungen und sehr talentierten Chormitglieder mussten dem begeisterten Publikum mehrere Zugaben geben. Die Initiative "Rheinflanke", wozu auch der Förderverein "Köln kickt" gehört, warben für die Unterstützung sozial benachteiligter Jugendlicher und für eine gemeinsame soziale Verantwortung der Stadt. Neben dem Informationsstand des Mietervereins standen den Kölnern andere Unternehmen wie die RheinEnergie, die AWB (Abfallwirtschaft) und der ASB (Arbeitersamariterbund) mit persönlichen Auskünften zur Verfügung. Jürgen Becher, Geschäftsführer des Kölner Mietervereins, bedankte sich für die Treue der Mitglieder und betonte, dass die so öffentlich demonstrierte Nachbarschaft ein Antrieb für den weiteren Zusammenhalt des Vereins sei: "Es ist schön, dass die Mieter auch zum Feiern hierher kommen und nicht nur um ihre Probleme zu lösen. Dieses Fest feiern wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern!"
In seiner Festansprache zum Jubiläum bedankte sich auch der Vorsitzende Franz-Xaver Corneth bei den Mitgliedern und Mitarbeitern des Vereins für die große und langjährige Unterstützung. Die Forderungen für eine angemessene Versorgung der Kölner Haushalte mit preiswertem Wohnraum bestehen nach wie vor, betonte Corneth, der auch im Präsidium des Deutschen Mieterbundes vertreten ist. Dies beträfe insbesondere Familien mit geringem Einkommen, denn die Hälfte der Kölner Haushalte in der Rheinschiene hätten durch ihre Einkommenssituation Zugang zum geförderten Wohnungsbau.
Der Verein tritt für eine Durchmischung der Mieterschaft ein, um eine Ghettoisierung zu vermeiden: "Wir haben alle Bundestagsabgeordneten angeschrieben, die Forderungen für eine soziale Stadt voranzutreiben. Wohnen ist ein elementares Bedürfnis! Bei uns heißt soziales Wohnen nicht Rückbau, Eigenheimförderung oder Verschönerungsmaßnahmen, sondern die grundsätzliche Forderung zum Recht auf eine Wohnung", so der Vorsitzende. Ein wichtiges Thema auf kommunaler Ebene sei auch die Betriebskostenregelung. So erhielt der Mieterverein von den Parteien SPD und CDU die Zusage einer künftigen Mitgestaltung für die Inhalte der Betriebskosten. Laufende Energieaktionen, an welchen die Mitglieder teilnehmen können um den preisgünstigsten Stromanbieter zu finden, gehören ebenso zu den Aktivitäten des Vereins, wie die regelmäßige Erstellung von Miet- und Betriebskostenspiegeln.
"Neben der Förderung des Programms ‘Soziale Stadt’, setzen wir uns für die Begrenzung von Gebühren und Energiekosten der Mieter ein", so der Vorstand: "Wir erwarten in diesem Jahr wieder 7.000 Neuaufnahmen in Köln, was ein deutliches Zeichen für unsere erfolgreiche wohnungspolitische Zielsetzung ist." In 2010 wurden von Mitgliedern neben 35.000 persönlichen, auch über 60.000 Beratungen per Telefon und Internet in Anspruch genommen. Der Mieterverein ist der größte Schlichter in Köln und dem Umland, denn nur 2,5 Prozent der Rechtsfälle kommen vor Gericht. Heute wie damals zur Gründung am 3. Januar 1900, erklärt der Verein sich nicht als ein "Kampfverein" gegen die Vermieter, sondern zum Schutz gegen unberechtigte Forderungen und das Spekulantentum.
Der Mieterverein Köln ist der viertgrößte Verein im Deutschen Mieterbund (DMB), dem Dachverband für 350 örtliche Mietervereine mit 500 Beratungsstellen bundesweit und über 3 Millionen Mitgliedern. Um die Interessen der Mieter zu vertreten und zu schützen, kooperiert er auch mit der Verbraucherzentrale für Rechtsanliegen sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund für ‘menschengerechtes Wohnen’. Das ‘Bündnis Wohnen in Köln’ wurde 2005 gemeinsam mit dem DGB und der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen gegründet.
Zu Ehren des 111-jährigen Bestehens war der Direktor des DMB, Lukas Siebenkotten aus Berlin angereist und lobte das bundesweite Wirken der Kölner: "Insbesondere die Mitgliederentwicklung ist aus Bundessicht sehr gut und die neue Internetpräsenz sehr nutzbringend." Siebenkotten betonte die Forderung des Mieterbundes für eine Drittelung der energetischen Sanierungskosten der Gebäude, das heißt die Bewältigung der finanziellen Belastungen als Gemeinschaftsaufgabe der Vermieter, Mieter und dem Staat zu sehen. Der karnevalistische 111. Geburtstag in Köln zeige einmal mehr die Stärke des Vereins im DMB erklärte Dr. Franz-Georg Rips, Vorstand im Kölner Mieterverein und Präsident des DMB. Rips appellierte an die Mitverantwortung für das gute Zusammenleben von unterschiedlichen Nationen in Köln und dem Umland: "Insbesondere in Stadtteilen wie Chorweiler müssen wir noch mehr tun und uns noch mehr einbringen."
Bernhard Bücheler, Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungs- und Baugenossenschaft ‘Mieterschutz’ eG, lobte die hohe Besucherzahl bei bester Stimmung als Zeichen guter Nachbarschaft. Die Baugenossenschaft wurde 1925 gegründet, um den Mitgliedern des Mietervereins sicheren, preiswerten Wohnraum zu bieten. Laut einer FORSA-Umfrage kannten zur Jahrtausendwende bereits 84 Prozent der Kölner den Mieterverein und 78 Prozent maßen diesem eine wichtige Aufgabe in der Stadt zu.
Mieterverein Köln e.V. im Deutschen Mieterbund
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Jürgen Becher
Franz-Xaver Corneth
Die offizielle Gründung des "Mietervereins für Köln und Vororte" erfolgte am 9. Februar 1900. Heute ist der Mieterverein Köln mit über 60.000 Mitgliedern der viertgrößte im Deutschen Mieterbund (DMB) - dem Dachverband für rund 350 örtliche Mietervereine, die mit 500 Beratungsstellen bundesweit die Interessen der Mieter vertreten. Im DMB sind über drei Millionen Mieterhaushalte organisiert. Der Verein trägt sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Zur Mitgliedschaft gehört der Rechtsschutz und für den Service und die Belange der Mitglieder steht in Köln ein großes Fachpersonal zur Verfügung. Vorsitzender des Mietervereins Köln, Franz-Xaver Corneth, wurde 2011 in das Präsidium des DMB gewählt und unterstreicht damit die Bedeutung der Kölner Mieterschaft. 1925 wurde die Kölner Wohnungs- und Baugenossenschaft "Mieterschutz" eG gegründet, um ihren Mitgliedern auch die Vorteile genossenschaftlichen Wohnens zu bieten.
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